Von guten VorsÀtzen zu gesunden Routinen

Pressemitteilung

GesĂŒnder leben ist kein Kurzzeitprojekt. Wie aus NeujahrsvorsĂ€tzen dauerhafte Lebensroutinen werden und warum Schlaf, ErnĂ€hrung, SuchtprĂ€vention und innere Organgesundheit dabei eine zentrale Rolle spielen.


Ende JĂ€nner sind die vielfach zum Jahreswechsel gefassten hehren VorsĂ€tze oft schon wieder vergessen: besser und mehr schlafen, bewusster und gesĂŒnder essen, weniger Alkohol und Schluss mit dem Rauchen. Wie können aus diesen NeujahrsvorsĂ€tzen tatsĂ€chlich langfristig gesundheitsfördernde Lebensroutinen werden? Die KAGes-Expert*innen unterstĂŒtzen mit medizinischem Fachwissen und praxisnahen Empfehlungen aus Schlafmedizin, ErnĂ€hrung, Suchtmedizin und Innerer Medizin.


 

Innere Medizin: Jede Änderung zĂ€hlt

Zigarette wird an Aschenbecher ausgedÀmpft - Schluss mit Rauchen
© KAGes

„Ein gesunder Lebensstil wirkt wie ein Multiorgan-Schutzprogramm“, erklĂ€rt Primar Dr. Stefan Pötz, Internist und Ă€rztlicher Standortleiter des LKH Weiz im Verbund LKH-Univ. Klinikum Graz. Die Kombination aus gesunder ErnĂ€hrung, regelmĂ€ĂŸiger Bewegung, ausreichend Schlaf, Alkoholverzicht und Nikotinverzicht gilt als besonders förderlich fĂŒr die Gesundheit der inneren Organe, da diese Lebensstilfaktoren jeweils unabhĂ€ngig und additiv das Risiko fĂŒr chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Lebererkrankungen, Krebs und chronische Lungenerkrankungen senken. 

Die Effekte sind additiv, d.h. jeder zusĂ€tzliche gesunde Lebensstilfaktor fĂŒhrt zu einer weiteren Risikoreduktion und zu mehr krankheitsfreien Lebensjahren. Schon wenige Wochen nach Rauchstopp oder Alkoholverzicht zeigen sich messbare Verbesserungen bei Blutdruck, Herz und Stoffwechsel. „Lebensstilinterventionen wirken evidenzbasiert stĂ€rker als viele medikamentöse Einzelmaßnahmen – besonders in der PrĂ€vention“, unterstreicht Pötz.

 

ErnÀhrung: alltagstauglich statt extrem

Schmuckbild zum Thema "gesunde ErnÀhrung" - Mitarbeiterin holt Essen vom Buffet
© Conny Leitgeb Photography

„Gesunde ErnĂ€hrung muss weder teuer noch kompliziert sein“, fĂŒhrt Margit Sundl, DiĂ€tologin am LKH Murtal, aus. Zu den hĂ€ufigsten ErnĂ€hrungssĂŒnden zĂ€hlen zu viel Zucker, hochverarbeitete, industriell hergestellte Lebensmittel, hoher Salzkonsum und Ballaststoffmangel. Starre DiĂ€ten oder sogenannte „Cheat Days“ seien langfristig wenig hilfreich. „Entscheidend ist eine ausgewogene, flexible ErnĂ€hrung, die Genuss erlaubt und zum Alltag passt.“ 

Auch die steigenden Preise vereiteln keinesfalls eine gesunde ErnĂ€hrung, da etwa HĂŒlsenfrĂŒchte, Haferflocken sowie saisonales oder tiefgekĂŒhltes GemĂŒse eine durchaus kostengĂŒnstige Basis bilden. Eine ausgewogene ErnĂ€hrung stabilisiert nicht nur das Gewicht, sondern stĂ€rkt Immunsystem, Herz und auch die mentale Gesundheit.

 

Schlaf als Fundament der Gesundheit

Pflegerin betreut Patienten im Schlaflabor, wÀhrend dieser SchlÀft und seine AktivitÀten aufgezeichnet werden.
© LKH Hochsteiermark

„Guter Schlaf ist keine Luxusfrage, sondern eine medizinische Notwendigkeit“, betont der Schlafmediziner Primar Dr. Otmar Schindler, Leiter der Abteilung fĂŒr Innere Medizin und Pneumologie am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben. Erholsamer Schlaf zeigt sich durch rasches Einschlafen, ein morgendliches GefĂŒhl der Erholung und gute TagesleistungsfĂ€higkeit. 

Schlafmangel hingegen erhöht langfristig das Risiko fĂŒr Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychische Erkrankungen. RegelmĂ€ĂŸige Schlafzeiten, ein ruhiges Schlafzimmer und der bewusste Verzicht auf Bildschirmarbeit, Alkohol oder schwere Mahlzeiten am Abend sind einfache, aber wirksame Schritte. Bei anhaltenden Problemen legt Schindler „eine frĂŒhzeitige medizinische AbklĂ€rung“ nahe.

 

Sucht erkennen und Hilfe annehmen

Drogentest-Kit
© LKH Graz II

Primar Dr. Martin Ecker, Leiter des Zentrums fĂŒr Suchtmedizin am LKH Graz II, Standort SĂŒd, weist darauf hin, dass problematischer und gesundheitsgefĂ€hrdender Konsum oft schleichend entsteht. „Kritisch wird es, wenn der Konsum den Alltag bestimmt, ein Kontrollverlust auftritt oder Beruf und Privatleben leiden.“ Die hĂ€ufigste Sucht in der Steiermark ist die TabakabhĂ€ngigkeit, gefolgt von Alkohol. 

Der Suchtmediziner rĂ€umt ein, dass VerĂ€nderungen durchaus aus eigener Kraft gelingen können, doch bei ausgeprĂ€gter AbhĂ€ngigkeit ist professionelle UnterstĂŒtzung jedenfalls ein wichtiger Schritt. Das Zentrum fĂŒr Suchtmedizin bietet hierfĂŒr spezialisierte Behandlungs- und Beratungsangebote.

 

 

Wissen kompakt

Schlafmedizin – erholsamer Schlaf

  • Einschlafdauer unter 30 Minuten und erholtes Aufwachen

  • Rund sieben Stunden Schlaf (individuell unterschiedlich)

  • Keine ausgeprĂ€gte TagesschlĂ€frigkeit

  • RegelmĂ€ĂŸige Schlafzeiten und schlaffördernde Umgebung

  • AbklĂ€rung bei Schnarchen, Atemaussetzern oder anhaltender MĂŒdigkeit


ErnĂ€hrung – ausgewogen und alltagstauglich

  • Weniger Zucker, Salz und hochverarbeitete Lebensmittel

  • Mehr Ballaststoffe durch GemĂŒse, Vollkorn und HĂŒlsenfrĂŒchte

  • RegelmĂ€ĂŸige Mahlzeiten zur Stabilisierung des Blutzuckers

  • Flexible, ausgewogene ErnĂ€hrung statt strenger DiĂ€ten oder „Cheat Days“

  • Genuss ohne SchuldgefĂŒhle als SchlĂŒssel zur Nachhaltigkeit


Suchtmedizin – achtsam mit Konsum umgehen

  • Warnsignale sind Kontrollverlust, Gewöhnung und SchuldgefĂŒhle

  • HĂ€ufigste SĂŒchte in der Steiermark: Tabak und Alkohol

  • Konsum darf nicht Alltag, Beruf oder Beziehungen bestimmen

  • FrĂŒhzeitige Selbstreflexion schĂŒtzt vor AbhĂ€ngigkeit

  • Professionelle Hilfe erhöht die Erfolgschancen deutlich


Innere Medizin – Schutz fĂŒr alle Organe

  • Gesunde ErnĂ€hrung reduziert EntzĂŒndungen und Stoffwechselrisiken

  • Bewegung verbessert Herz-, GefĂ€ĂŸ- und Organfunktion

  • Alkoholverzicht senkt Blutdruck und Herzrhythmusstörungen

  • Bereits wenige Wochen nach Rauchstopp: Verbesserung der Sauerstoffversorgung und GefĂ€ĂŸgesundheit sowie der Lungenfunktion; Verringerung von oxidativem Stress und OrganschĂ€den

 

RĂŒckfragehinweis fĂŒr Medien

MMag. Andrea Sittinger
Stabsstelle Unternehmenskommunikation

Telefon: 0316 340 5427
Mail: andrea.sittinger@kages.at