Dienstplansicherheit ist Versorgungssicherheit

Pressemitteilung

Optimierungsmaßnahmen der KAGes, hohe GehaltsabschlĂŒsse und forcierter Ausbau von Gesundheitszentren stabilisieren steirisches Gesundheitssystem

(Graz, 20.06.2023) Die SteiermĂ€rkische Landesregierung prĂ€sentierte am 20. Juni 2023 bei einer Pressekonferenz im Rittersaal des Grazer Landhauses umfangreiche Maßnahmen zur Stabilisierung des steirischen Gesundheitswesens. GesundheitslandesrĂ€tin Juliane Bogner-Strauß, Personallandesrat Werner Amon, Klubobmann Hannes Schwarz, die KAGes-VorstĂ€nde Gerhard Stark und Ulf Drabek und Zentralbetriebsrat-Vorsitzender Michael Tripolt prĂ€sentierten ein dreiteiliges MaßnahmenbĂŒndel bestehend aus Strukturadaptierungen in KAGes-HĂ€usern, Gehaltsverbesserungen fĂŒr die Schemata S1, S2 sowie Anrechenbarkeit von Vordienstzeiten und dem forcierten Ausbau von Gesundheitszentren in Form von PrimĂ€rversorgungseinheiten (PVE).

v.l.n.r.: Dr. Michael Tripolt, MPH, Univ.-Prof. Ing. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark, Werner Amon, MBA, Dr.in. Juliane Bogner-Strauß, Johannes Schwarz, Dr. Erich Schaflinger, Mag. DDr. Ulf Drabek MBA, MSc | © Peter Drechsler

Planungssicherheit

Die leitende Idee der KAGes-Adaptierungsmaßnahmen sieht die stĂ€rkere Trennung von akuten und geplanten Leistungen vor und wird sowohl die Planbarkeit fĂŒr Patientinnen und Patienten, als auch die Dienstplansicherheit fĂŒr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessern. Die Mitarbeitenden in den SpitĂ€ler werden dort entlastet, wo es nötig ist und durch Schwerpunktsetzungen soll die BehandlungsqualitĂ€t weiter gesteigert werden. Durch hohe Fallzahlen bleiben auch regionale KrankenhĂ€user als Ausbildungsstandort und professionelle Gesundheitsversorger attraktiv. Mit der Umsetzung der Maßnahmen an den LandeskrankenhĂ€usern wird umgehend begonnen, mit dem Ziel, diese bis zum FrĂŒhjahr 2024 umzusetzen.

Ebenfalls wird bei den Strukturmaßnahmen verstĂ€rkt auf Kooperation und interdisziplinĂ€re Zusammenarbeit gesetzt. Damit lassen sich Synergien noch besser nutzen und stark frequentierte Bereiche können durch mehr FlexibilitĂ€t entlastet werden, wie standortĂŒbergreifende Ärztepools. Die Etablierung neuer Wochen- und Tageskliniken wird personalintensive Bettenstationen entlasten. Mit der Einrichtung weiterer Zentraler Ambulanter Erstversorgungen (ZAE) an acht Standorten wird die Patientensteuerung verbessert und gleichzeitig die umfassende Notfallversorgung sichergestellt.

Mehr Gehalt

In den letzten beiden Monaten wurden zwischen dem Zentralbetriebsrat und Vertreterinnen und Vertreter der KAGes im Auftrag der SteiermĂ€rkischen Landesregierung die Gehaltsschemata fĂŒr KAGes-Mitarbeitende und die Anrechenbarkeit von Vordienstjahren intensiv verhandelt. Mit einem Investitionsvolumen von rund 130 Millionen Euro pro Jahr werden die GehĂ€lter ĂŒber alle Schemata hinweg erhöht. Das ist eines der grĂ¶ĂŸten Personalinvestitionspakete fĂŒr die KAGes, das jemals fĂŒr die Mitarbeitenden geschnĂŒrt wurde. Höhere EinstiegsgehĂ€lter und zugleich ein insgesamt attraktives Gehaltsschema machen die KAGes zu einem der attraktivsten Gesundheitsdienstgeber österreichweit. Die GehĂ€lter liegen zumeist an der Spitze bzw. zumindest immer ĂŒber dem österreichweiten Durchschnitt.

Ein Beispiel: Eine Diplom- und Gesundheitspflegekraft mit einem Wochenenddienst (24h) und fĂŒnf Nachtdiensten im Monat, in Vollzeit, verdient als BerufsanfĂ€nger oder BerufsanfĂ€ngerin 3.979 Euro (brutto). Das sind um 650 Euro mehr als zuvor. Durchschnittlich sind die Löhne der DGKPs um 12,5 Prozent gestiegen. Die Vordienstzeitenregelung – Anrechenbarkeit von Berufsjahren außerhalb der KAGes – fĂŒr alle Berufsgruppen wird mit 1.7.2022 rĂŒckwirkend in Kraft treten. Das gesamte Personalinvestitionspaket wird mit 1.9.2023 wirksam werden.

Hilfe vor Ort

Als begleitende Maßnahme fĂŒr den niedergelassenen Bereich kĂŒndigte der Gesundheitsfonds an, den Ausbau von interdisziplinĂ€ren Gesundheitszentren, den PrimĂ€rversorgungseinheiten, noch schneller voranzutreiben. Die Steiermark liegt im BundeslĂ€ndervergleich voran, wird aber noch sieben weitere dieses Jahr umsetzen: Graz-Reininghaus, Graz-Liebenau, Graz-Smart City, Fohnsdorf, Leoben, Pöllau und Bruck (Region). Insgesamt sind 30 Zentren bis 2025 geplant. Ein PV-Netzwerk ist ab 2024 fĂŒr den Raum Kumberg-Eggersdorf geplant.

Statements

© Marija Kanizaj

GesundheitslandesrĂ€tin Juliane Bogner-Strauß: „Der Transformationsprozess unseres Gesundheitssystems ist im vollen Gange und die Steiermark positioniert sich mit dem mutigen MaßnahmenbĂŒndel, den Strukturmaßnahmen, den erfolgreichen AbschlĂŒssen der Gehaltsverhandlungen und dem forcierten Ausbau von PVEs im österreichischen Spitzenfeld der Gesundheitsversorgung. Wir bitten dabei heute um das Mittragen der Steirerinnen und Steirer bei den getroffenen Maßnahmen. Viele Bereiche in den KAGes-HĂ€usern werden neu geordnet, damit die Mitarbeitenden mehr Planungssicherheit bekommen, und wir dadurch diese Planungssicherheit in tatsĂ€chliche Versorgungssicherheit umlegen können.“


 

Personallandesrat Werner Amon: „Dieses Personalinvestitionspaket in Höhe von zirka 130 Millionen Euro pro Jahr ist ein großer Wurf und vor allem eine Anerkennung und ein Zeichen der WertschĂ€tzung gegenĂŒber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der KAGes. Mit diesen Maßnahmen machen wir die KAGes zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Österreich. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, in erster Linie bei den Vertretern der KAGes, der zustĂ€ndigen GesundheitslandesrĂ€tin, Herrn Klubobmann Schwarz sowie dem Landeshauptmann und dem Landeshauptmann-Stellvertreter, dass diese wichtige Einigung so rasch zu Stande gekommen ist.“


 

Hannes Schwarz, SPÖ-Klubobmann: „Schluss mit dem, Loch-auf-Loch-zu-System‘ in unserem Gesundheitssystem. Mit dem heute vorgestellten Maßnahmenpaket setzen wir in der Steiermark auf nachhaltige Verbesserungen statt auf vorĂŒbergehende Lösungen, auf eine gerechte Entlohnung fĂŒr unsere KAGes-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter und eine deutlich erhöhte Planungssicherheit fĂŒr unsere Patientinnen und Patienten.“


 

© www.christianjungwirth.com

KAGes-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark und Vorstandsdirektor fĂŒr Finanzen und Technik, Ulf Drabek bekrĂ€ftigen: „Wir begegnen dem bisher beispielslosen, internationalen Personalmangel im Gesundheitsbereich mit einer bisher ebenso beispiellosen Strukturanpassung, um das Herz der KAGes – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bestmöglich zu unterstĂŒtzen und zu entlasten. Nur so können wir auch weiterhin die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten in hoher QualitĂ€t gewĂ€hrleisten und unserem Leitbild – ‚Menschen helfen Menschen‘ – gerecht bleiben. Die aktuellen Gegebenheiten sowie die gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen bedingen diese Schritte – damit wir als moderner und stabiler Arbeitgeber weiterhin eine zentrale StĂŒtze des steirischen Gesundheitsnetzwerkes bleiben und gleichzeitig noch effektiver mit unseren Partnern im Gesundheitswesen zusammenarbeiten können. Schritte, mit denen wir uns zuversichtlich auf den Weg aus der Krise in eine gesunde Zukunft machen.“


 

Zentralbetriebsrats-Vorsitzender Michael Tripolt: „Die Zeit, in der unsere Kolleginnen und Kollegen beim Gehalt auf andere BundeslĂ€ndern aufblicken mussten, ist endlich vorbei. Mit den drei ausverhandelten Paketen S2, S1 und Vordienstzeiten ist es uns gelungen, nachhaltige Verbesserungen fĂŒr alle Berufsgruppen zu erreichen. ZukĂŒnftig zĂ€hlt die Steiermark zu den attraktivsten Regionen im Gesundheitswesen.“


 

Nachfolgend ein Überblick ĂŒber die Maßnahmen, zu denen in den nĂ€chsten Wochen und Monaten noch weitere Informationen folgen:

LKH-Univ. Klinikum Graz (Umsetzung geplant bis MĂ€rz 2024)

Nach der bereits erfolgten Kooperation mit dem LKH-Standort Deutschlandsberg im Bereich der Urologie und dem LKH Weiz im Bereich der OrthopĂ€die sowie dem Tagesklinikzentrum in FĂŒrstenfeld im Bereich der Urologie werden noch weitere Kooperationen mit anderen KAGes-Standorten sowie mit externen SpitĂ€lern eingerichtet und ausgebaut um sowohl diese SpitĂ€ler als auch das Klinikum zu entlasten:

  • Eine Kooperation mit den KrankenhĂ€usern der Barmherzigen BrĂŒder und der Elisabethinen in Graz im Bereich der Inneren Medizin.
  • Eine Kooperation mit dem Geriatrischen Gesundheitszentrum in Graz (GGZ) in den Bereichen Innere Medizin und OrthopĂ€die und Traumatologie.

Im Bereich der Kinder- und Jugendversorgung wird eine Portalambulanz eingerichtet. Zudem wird ein zentrales Belegungs- und Ressourcenmanagement implementiert.


 

LKH Hochsteiermark (Umsetzung geplant bis MĂ€rz 2024)

Am Standort Bruck wird ein Zentrum fĂŒr tageschirurgische Eingriffe eingerichtet, ebenso wie ein interdisziplinĂ€res „Herz-GefĂ€ĂŸzentrum“ fĂŒr gefĂ€ĂŸchirurgische Leistungen. Neu dazu kommt in Bruck auch eine Tagesklinik fĂŒr Dermatologie sowie eine Zentrale Ambulante Erstversorgung (ZAE). Die Abteilung fĂŒr Augenheilkunde in Bruck wird in eine dislozierte Tagesklinik mit 12 Betten umgewandelt.

Die Brucker Abteilung fĂŒr OrthopĂ€die und Traumatologie wird an den Standort Leoben verlagert, wodurch der chirurgische Schwerpunkt dort noch gestĂ€rkt wird. Die Innere Medizin wird durch eine Tagesklinik fĂŒr die Bereiche Gastroenterologie und Hepatologie, HĂ€mato-Onkologie sowie Pulmologie aufgewertet. Im Bereich der urologischen Operationen gibt es bereits eine Kooperation mit dem LKH-Standort Rottenmann.

Am Standort MĂŒrzzuschlag wird ein Ambulanzzentrum mit Bestellambulanzen fĂŒr die SonderfĂ€cher Dermatologie und Venerologie, Neurologie und Gastroenterologie eingerichtet. Zusammen mit dem LPZ MĂŒrzzuschlag wird durch das Pilotprojekt „Übergangspflege“ zudem die Versorgung von Patient*innen mit hohem Rehabilitationsbedarf weiter aufgewertet. Die Ortho-Trauma-Ambulanz wird aufgelöst, dafĂŒr wird eine Zentrale Ambulante Erstversorgung implementiert.


 

LKH Graz II und LKH Weiz (Umsetzung geplant bis Dezember 2023 – ausgenommen Abt. fĂŒr OTR Weiz):

Die LKH Graz II und Weiz werden in einem gemeinsamen Spitalsverbund zusammengefĂŒhrt, wodurch der Standort Weiz abgesichert und das LKH Graz II aufgewertet wird. Die Abteilung fĂŒr Chirurgie am Standort Weiz wird vorerst in eine dislozierte Wochenklinik umgewandelt, die auch mit dem LKH-Univ. Klinikum Graz kooperiert. Mittel- bis langfristig soll hier dann eine Abteilung fĂŒr OrthopĂ€die und Traumatologie etabliert werden. Organisatorisch wird der neue Verbund durch eine Zentrale Ambulante Erstversorgung sowie durch ein zentrales Belegungs- und Ressourcenmanagement verstĂ€rkt.


 

LKH Feldbach-FĂŒrstenfeld und LKH Hartberg (Umsetzung geplant bis Dezember 2023)

Die beiden LKH werden in einem gemeinsamen Spitalsverbund zusammengefĂŒhrt, wodurch Leistungen ĂŒber die drei Standorte besser verteilt und die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt werden können. Hierzu wird auch ein zentrales Belegungs- und Ressourcenmanagement eingerichtet.

Am Standort Hartberg wird eine dislozierte Wochenklinik fĂŒr Allgemein- und Viszeralchirurgie implementiert, wodurch auch die Chirurgie in Feldbach entlastet wird. In den Bereichen der Viszeralchirurgie sowie der OrthopĂ€die und Traumatologie wird es auch eine Kooperation mit dem Marienkrankenhaus Vorau geben.

Zur Situation der Geburtshilfe am LKH Hartberg: Durch den großen Einsatz der Mitarbeiter*innen ist es aktuell möglich, das Angebot vollinhaltlich aufrecht zu erhalten. Die Suche nach den benötigten Ă€rztlichen Mitarbeiter*innen lĂ€uft auf Hochtouren.

Zudem wird in Hartberg eine Zentrale Ambulante Erstversorgung implementiert.


 

LKH Weststeiermark (Umsetzung geplant bis MĂ€rz 2024)

Am Standort Deutschlandsberg wird eine dislozierte Wochenklinik fĂŒr Allgemein- und Viszeralchirurgie eingerichtet. Auch wird das Personal der chirurgischen Abteilung in Deutschlandsberg die chirurgische Ambulanz in Wagna am Wochenende unterstĂŒtzen. Bereits im Bau ist die neue Palliativstation am Standort Deutschlandsberg, bereits im Laufen ist die Kooperation mit LKH-Univ. Klinikum Graz im Bereich der urologischen Operationen.

Am Standort Voitsberg wird die Tagesklinik fĂŒr Akutgeriatrie und Remobilisation (AG/REM) ausgebaut, fĂŒr die mobile Remobilisation wird es eine Standortleitung eingerichtet – dadurch wird die Versorgung von alten und gebrechlichen Patient*innen weiter aufgewertet. Die chirurgische Ambulanz wird umgewandelt zu einer Bestellambulanz mit Indikationssprechstunden.

An beiden Standorten wird zudem eine Zentrale Ambulante Erstversorgung implementiert.


 

LKH SĂŒdsteiermark (Umsetzung geplant bis Dezember 2023)

Die Chirurgie am Standort Wagna wird durch die neue chirurgische Wochenklinik in Deutschlandsberg sowie durch das dortige chirurgische Fachpersonal unterstĂŒtzt.

Am Standort Bad Radkersburg wurde die Innere Medizin bereits in eine Tagesklinik umgewandelt. Bis Herbst wird noch ein Department fĂŒr Remobilisation und Nachsorge (RNS) als Krankenhausbetten entlastende Maßnahme fĂŒr die SonderfĂ€cher Innere Medizin und OrthopĂ€die/Traumatologie implementiert.


 

LKH Murtal (Umsetzung geplant bis Oktober 2023)

Zur Absicherung des Standorts Knittelfeld werden dort sowohl eine Zentrale Ambulante Erstversorgung als auch ein zentrales Bettenmanagement eingerichtet. Dazu ist ein Steiermark-weiter Journaldienstpool fĂŒr Innere Medizin nach dem Modell fĂŒr Notarztbesetzungen durch die GVG vorgesehen.


 

LKH Rottenmann-Bad Aussee (Umsetzung geplant bis Oktober 2023)

Am Standort Bad-Aussee wird die interdisziplinĂ€re Belegung zwischen der Abteilung fĂŒr Innere Medizin und der chirurgischen Wochenklinik forciert, um Belastungssituationen besser ausgleichen zu können. Zudem wird hier auch eine Zentrale Ambulante Erstversorgung implementiert.

Hinweis

Fotos zu den LKH-Standorten finden Sie auf unserer Homepage auf der Seite "Medien-Service":

https://www.kages.at/medien-service